Lustige Werbe-Welt – Werbestrategien durchschauen

Alter ab 6 Jahren

Gruppe 10-12

Dauer 3 Tage á 2 Stunden

Austausch der Erfahrungen

In lockerer Gesprächsrunde tauschen sich die Kinder zunächst zu ihrem Wissen und ihren Erfahrungen in punkto Werbung aus. Zur Sprache bringen sie ihre Standpunkte zu Werbung allgemein oder zu bestimmten Produktwerbungen. Ebenso schildern sie, welche Erfahrungen sie beispielsweise mit Werbung im Fernsehen oder im Internet gemacht haben. Mögliche Frageimpulse:

  • Was wisst ihr über Werbung?
  • Welche Werbung kennt ihr?
  • Wo seht ihr oft Werbung?
  • Ist Werbung immer doof?
  • Was gefällt euch an der Werbung?

Sammeln und bewerten

Zu der Frage „Welche ist eure Lieblingswerbung?“ füllt jedes Kind eine, höchstens zwei der vorbereiteten Smiley-Karten aus, am besten mit dem Produktnamen. Möglich ist aber auch, nur den Slogan oder beschreibende Worte zum Inhalt zu notieren. Entscheidend ist, was den Kindern selbst zu ihrer Lieblingswerbung wichtig und in Erinnerung ist.

Die Karten werden auf der Wandzeitung befestigt. Bereits hier wird allen schnell klar, dass es gemeinsame Vorlieben gibt, bestimmte Werbung also zum einen „zielgerichtet“, zum anderen aber auch durch ihre Machart sehr einprägsam ist. Nun erzählen reihum alle, was „ihre“ Lieblingswerbung auszeichnet und begründen ihre Vorlieben. Auch ihre Gefühle bringen sie, wenn sie möchten, zur Sprache. Mögliche Frageimpulse:

  • Woher kennst du die Werbung? (zum Beispiel aus dem Fernsehen)
  • Hast du die Werbung auch noch woanders gesehen oder gehört? Welche Unterschiede gibt es? Wie gefällt sie dir dort?
  • An was musst du denken, wenn du die Werbung siehst/hörst/liest?
  • Macht die Werbung dir gute Laune? Oder ein anderes Gefühl?
  • Wünschst du dir manchmal, auch so zu sein, wie …

Im Anschluss sammeln und fassen die Kinder auf einer weiteren Wandzeitung zusammen, welche Werbe-merkmale bei ihnen gut ankommen. Infrage kommen zum Beispiel diese Merkmale:

  • Produkt: es werden Dinge beworben, die Kinder mögen oder sich wünschen (Spielzeug, Süßigkeiten, Medien wie Computerspiele, Smartphone etc.). In den Worten von Kindern ausgedrückt: „Weil es für Kinder ist.“
  • Inhalt: es wird Lustiges, Actionreiches, Interessantes, Überraschendes oder Schönes dargestellt bzw. erzählt (zum Beispiel auf Foto/im Film)
  • Sympathieträger: tolle Figuren, auch sogenannte Anti-Helden, stehen im Mittelpunkt
  • Musik: bei Kindern beliebte oder peppige Songs (z.B. bei „Kinderriegel“) untermalen das Geschehen
  • Sprache: ein witziger oder verblüffender Spruch (Slogan) sorgt für Aufmerksamkeit

Diskutieren und reflektieren

In einer abschließenden Runde tauscht sich die Gruppe dazu aus, ob und inwieweit sie sich durch Werbung zum Kaufen beeinflussen lässt. Mögliche Frageimpulse:

  • Glaubt ihr, dass Werbung euch dazu bringen kann, etwas zu kaufen? Zum Beispiel, wenn ein witziger Spruch oder lustige Figuren vorkommen?
  • Habt ihr euch schon mal Dinge gewünscht oder gekauft, die ihr in der Werbung gesehen habt?
  • Wie wichtig ist es für euch, was eure Freundinnen/Freunde mögen?

Werbeplakat mal anders

Aus den gesammelten Erkenntnissen erstellen die Kinder in Form einer Text-Bild-Collage ihr eigenes Werbeplakat frei nach dem Motto: „Werbung ist lustig/cool. Aber wir sind ja nicht blöd.“

Dieses Plakat zeigt zum einen, mit welchen Mitteln Werbung die (kindlichen) Gemüter anspricht und entlarvt; zum anderen, dass all die witzigen, spannenden und verlockenden Werbebotschaften nur einem Zweck dienen: zum Konsumieren zu verführen. Die von ihnen bevorzugten Werbemerkmale bebildern die Kinder noch mit Bild- oder Fotomaterial aus Zeitungen und Zeitschriften, aus dem Internet oder mit selbst Fotografiertem, zum Beispiel von Plakatwänden oder aus dem eigenen Kinderzimmer. Auch Zeichnungen machen sich gut.

Im Eingangsbereich der Einrichtung zum Beispiel kann das „Werbeplakat“ dann Anlass für Gespräche mit Eltern oder mit Kindern aus anderen Gruppen sein.

Ziele

  • sich der eigenen Werbevorlieben bewusst werden
  • Sensibilisierung für Werbestrategien, die ansprechen
  • Reflexion von Werbevorlieben und Konsumwünschen
  • kreative Aufbereitung von Informationen

Variationen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Umfrage

Zu der Frage, ob und inwieweit Werbung zum Kaufen animiert, führen die Kinder kleine Interviews durch; zum Beispiel in den anderen Gruppen der Einrichtung, in der Schule, in der Familie oder auch vor dem Supermarkt. Die Ergebnisse ihrer Interviews werden dokumentiert und fließen in die Gestaltung ihres „Werbeplakats“ mit ein.


Werbung, die nicht ankommt

Mit einer zweiten Bewertungsrunde – mit eventuell entsprechendem Symbol –, in der die Kinder sich auch dazu äußern, welche Werbung ihnen nicht gefällt, weil sie zum Beispiel langweilig, doof oder nervig ist, lässt sich vertiefend betrachten, wie Werbung gezielt ein bestimmtes Publikum anspricht (Werbung für Erwachsene ist anders als für Kinder). Gleichzeitig kann darüber thematisiert werden, welche Werbeformen Kinder als störend empfinden, zum Beispiel Pop-ups im Internet.

Hinweise & Besonderheiten

Wenn Kinder nur den Werbeslogan nennen oder den Inhalt beschreiben, ist es interessant zu erfahren, ob sie wissen, für welches Produkt geworben wird. Denn auch, wenn sie nicht direkt als Zielgruppe angesprochen sind, sind sie doch als eine mögliche im Visier (Kinder kaufen mit ein!) bzw. werden als eine künftige an die Marke oder den Hersteller gebunden. Ein Beispiel dafür ist die Werbung „Alles Müller oder was?".

Material

  • Packpapier
  • Stifte
  • Stecknadeln
  • vorbereitete DIN-A5-Karten mit einem kopierten Smiley oder in Form eines Smileys zugeschnitten
  • je nachdem: mehrere digitale Aufnahmegeräte mit Mikrofon (für Interviews)