Lieblingsfiguren zum Greifen nah

Alter ab 8 Jahren

Gruppe 10-20

Dauer 3 Tage á 2 Stunden

Sammeln und auswählen

Zunächst sammeln die Kinder in der großen Gruppe Filme und Serien, die sie gerne sehen, und entscheiden sich dann für je eine Figur, die sie aus diesen Angeboten am liebsten mögen.

Mehrfachvermarktung auf der Spur

In den jeweiligen Favoritengruppen (zum Beispiel mit allen Harry Potter-Fans) recherchieren sie auf verschiedene Weise nach Gegenständen, die etwas mit der Lieblingsfigur zu tun haben. Darunter fallen beispielsweise Haarbürsten mit Prinzessin Lilifee-Motiv, Kaugummis, auf deren Packung Meister Yoda abgebildet ist, Bettwäsche mit Bart Simpson und viele weitere Merchandisingsprodukte.

Um diese Dinge zu finden, können die Kinder ihre Freundinnen und Freunde mit Tonaufnahmegeräten befragen, am Computer in Online-Shops stöbern oder sich im Kaufhaus Notizen zum Warenangebot in den Regalen zu machen. Auch ihre eigenen Bestände zu Hause sind sicherlich eine ergiebige Quelle.

Fotocollage produzieren

Alle gefundenen Gegenstände (Tassen, Spielzeug etc.) fotografieren die Kinder mit der Digitalkamera. Zusätzlich oder alternativ können sie sich von den Produkten Screenshots aus dem Internet herunterladen. Auf dem Computer gespeichert wird das gesammelte Bildmaterial in der Gruppe gesichtet, ausgewählt und zu einer Online-Fotocollage angeordnet (z. B. www.fotor.com).

Ziele

  • Sensibilisierung für crossmediale Marketing-Strategien
  • Einblicke in die Mechanismen des Medienmarkts gewinnen
  • kreative Aufbereitung von Informationen
  • unterschiedliche Medien erproben

Variationen

 

 

 

 

 

 

 

Hellblau oder Rosa?

Die gesammelten Gegenstände kommen auf drei Haufen. Dazu wird für jeden einzelnen entschieden: Ist er für Mädchen? Oder für Jungen? Oder ist der Gegenstand sowohl für Mädchen als auch für Jungen attraktiv?

Beim anschließenden Vergleich der Stapel äußern sich die Mädchen und Jungen dazu,

  • was ihnen an Unterschieden auffällt (z. B. Farben),
  • ob sie sich mehr Gegenstände in neutraler Optik wünschen würden,
  • ob sie vielleicht auch Dinge vom „anderen“ Stapel gut fänden, wenn diese anders aussähen.

Auf behutsame Weise werden die Kinder so für Marketingstrategien aufmerksam gemacht, die einen Einfluss auf ihre individuellen Vorlieben nehmen können.

Frage und Antwort

Die ältesten Kinder bzw. Jugendlichen können o.g. Rechercheauftrag mit einer Straßenumfrage kombinieren. Dazu befragen sie Passanten zu Definition, Alltagsgewohnheiten und Meinungen in punkto Mehrfachvermarktung. Mögliche Fragen:

  • Was glauben Sie ist Merchandising?
  • Welche Produkte besitzen Sie selbst?
  • Meinen Sie, man sollte der Mehrfachvermarktung Grenzen setzen?

Die Umfrageergebnisse können die Heranwachsenden zusätzlich medial aufbereiten, zum Beispiel in einem kurzen Dokumentarfilm.

Material

  • Auswertungsbögen
  • 10 PCs oder Tablet-PCs mit Internetzugang
  • 10 Digitalkameras
  • 10 Audioaufnahmegeräte

Quelle


JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis; Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern (AJ) (Hrsg.) (2003). Aufwachsen in Actionwelten. Ein Materialpaket zu gewalthaltigen Spielwelten und Medienverbünden. Multimedial und käuflich – Ac