free2play: Alles umsonst? Oder spielend abgezockt?

Alter ab 12 Jahren

Gruppe 10-20

Dauer 4 Tage á 2 Stunden

Austauschen, sammeln und ordnen

In der Großrunde berichten die Kinder zunächst, ob sie Spiele im Internet spielen und wenn ja, welche Spiele sie ansteuern. Auf einer Wandzeitung beschreiben sie in Stichworten alle genannten Spiele und teilen diese in Kategorien ein, etwa in Genres. Abschließend tragen sie zusammen – sofern sie es wissen – welche Kosten diese Spiele mit sich bringen. Dazu gehören

  • einmalige Kosten für den Kauf des Spiels,
  • monatliche Kosten (Abo-Gebühren),
  • Kosten für Zusatzpakete (sogenannte DLCs),
  • Kosten für neue Ausrüstungen, Materialien, Spielinhalte (bei free2play-Spielen).

Während zum Beispiel Abo-Kosten stets von Anfang klar genannt sind, gilt das für etwaige Kosten der free2play-Spiele nicht. Hier müssen Inhalte zugekauft werden und das kann den Geldbeutel ganz schön strapazieren. Welche Kosten sich genau hier verstecken und inwieweit fehlende Inhalte die Spielfreude trüben können, dazu nehmen die Kinder nun konkrete Spiele genauer unter die Lupe.

Spiele im Test

Je nach Größe der Gesamtgruppe bilden sich 2 bis 5 Kleingruppen. Jede Kleingruppe erhält den Auftrag, sich ein konkretes Spiel genauer anzusehen. Aus der Liste der Wandzeitung können sich die Gruppen entweder ein Spiel auswählen, oder Sie als pädagogische Fachkraft schlagen ihnen eines vor.

Ein Tipp: Die Spiele können kostenlos heruntergeladen oder direkt im Browser gestartet werden.

Wichtig: Zusätzlich ist natürlich auf die Altersangemessenheit der Spiele zu achten, was nicht immer so einfach ist, da es bei Onlinegames keine Freigabe-Kennzeichnung wie bei Trägermedien durch die USK gibt. Die nachfolgende Liste von free2play-Spielen für Android/iOS oder PC/Mac, die sich zur Analyse eignen und Kinder ab 10 Jahren nicht überfordern dürften, soll Ihnen bei der Auswahl helfen:

Android/iOS

  • Simcity buildit
  • The Sims Freeplay
  • Spaceteam
  • Township

PC/Mac

  • Goodgame Empire
  • Railnation
  • Cultures Online
  • Die Siedler Oline
  • Asterix & friends

Für die Analyse ihres Spiels geht jede Gruppen folgenden Fragen nach:

  • Worum geht es in dem Spiel, was ist das Ziel?
  • Wie funktioniert das Spiel (Spielmechanik), welche Aufgaben haben die Spielenden?
  • Werden zusätzliche Spielinhalte für „Echtgeld“ (also nicht Spielwährung) angeboten?
  • Wenn ja, welche sind das?
  • Wie intensiv wird für diese Inhalte Werbung gemacht?
  • Wie wichtig sind diese Inhalte für das Weiterkommen im Spiel?
  • Inwieweit stockt der Spielfluss, wenn Inhalte nicht gekauft werden?
  • Wie wirkt sich das auf die Motivation im Spiel aus?

Testergebnisse dokumentieren

Nach ausgiebigen Spieltest halten die Gruppen ihre Ergebnisse fest: Entweder in Form von schriftlichen Protokollen oder als PowerPoint-Präsentation. Mit Screenshots und aufgezeichneten Spielszenen (z. B. mit fraps, Version 1.9D) können sie außerdem ihre Dokumentationen veranschaulichen.

Präsentieren und diskutieren

Im Plenum präsentieren die Gruppen ihre Dokumentation den anderen Kindern. Den Abschluss bildet schließlich eine Gruppendiskussion zum Pro und Contra des free2play-Modells. Hier sollte es vor allem darum gehen, gemeinsam mit den Kindern

  • die Geschäftspraktiken und dahinter liegenden Marktmechanismen herauszuarbeiten, und
  • Ideen zu entwickeln, wie diese umgangen werden können, um nicht in die Geldfalle zu tappen.

Plakat: Infos & Tipps

Aus der Gruppendiskussion kann zum Beispiel ein Plakat mit Informationen und Tipps hervorgehen, das – grafisch aufbereitet und verschönert – als Gesprächsanlass im Eingangsbereich der Einrichtung ausgestellt wird.

Ziele

  • Geschäftsmodell „free2play“ durchschauen
  • Strategien der Spieleindustrie analysieren und hinterfragen
  • insgesamt einen kritischen Blick auf Marktmechanismen entwickeln
  • kreative Alternativen überlegen

Variationen

Gerade bei Apps bietet es sich an, das Thema „free2play“ mit dem Thema Datenschutz und Datenüberwachung zu verknüpfen. Beim Analysieren der App-Spiele mit den Kindern kann auch ein prüfender Blick darauf erfolgen, welche „Rechte des Datenmissbrauchs“ die Nutzerinnen und Nutzer der App den Anbietern einräumen (müssen). Eine dazu erstellte Liste macht deutlich, wie umfangreich diese Rechte sind. Das ist ein guter Ansatzpunkt, um mit den Kindern grundsätzlicher über das Thema Datenschutz und Verbraucherrechte ins Gespräch zu kommen. Viele Anregungen und Tipps, um das Thema „Datenschutz“ zu bearbeiten, finden Sie unter Links und Tipps.

Und auch zu diesem Thema können die Kinder Infos und Tipps für andere Kinder zusammenstellen, etwa in Form eines gestalteten Handzettels oder Flyers.

Material

  • PCs oder Tablet-Computer mit Internetzugang
  • Flipchart oder Tafel
  • Papier, Stifte, Bastelmaterial