Gesetze rund um Werbung on- und offline

In Sachen Werbung im Internet ist längst nicht alles erlaubt, auch wenn es manchmal so scheinen mag. Enthalten Internetseiten Werbung, müssen sich die Betreiber an Richtlinien halten. Das gilt auch und gerade für Kinderseiten – zum Schutz der Kinder, damit ihre Neugierde, Unerfahrenheit und Unwissenheit nicht ausgenutzt wird. Diese Richtlinien sind gesetzlich verankert, etwa im Wettbewerbsrecht (UWG), im Rundfunk- und Telemedienrecht (RStV, TMG), im Jugendmedienschutzrecht (JMStV). Zu den wichtigsten Bestimmungen gehören neben anderen, dass Produkte rund um Alkohol, Tabak und Erotik im Umfeld von Kinderangeboten nicht beworben werden dürfen. Ebenso ist festgelegt, dass sich Werbung und der eigentliche Inhalt der Seite nicht vermischen dürfen und dass Werbung deutlich erkennbar sein muss. Weniger konkret ist dagegen beschrieben, wie eine Werbung genau gestaltet sein darf – ob als Pop-up, Banner oder produktgebundene Werbung. Das lässt natürlich mehr Spielraum für raffinierte und immer wieder neue Formen der Gestaltung, die Kinder, aber auch Erwachsene mitunter überfordern.

Links

Dem Ärger Luft machen – Anlaufstellen

Ist Ihnen eine Website aufgefallen, die sich Ihrer Einschätzung nach nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält? Beschwerden nehmen folgende Anlaufstellen entgegen:


Vertrag abgeschlossen – was nun?

Hat Ihr Kind im Internet eingekauft und einen Kaufvertrag abgeschlossen, so müssen Sie dies nicht ohne Widerspruch hinnehmen. So ist z. B. im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt, dass Kinder, die das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, geschäftsunfähig sind und damit keine wirksamen Rechtsgeschäfte tätigen können. Heranwachsende von 7 bis 17 Jahren können nur mit Zustimmung ihrer Eltern bzw. Sorgeberechtigten Geschäfte abschließen. Also ist ein Vertrag, dem die Eltern nicht zugestimmt haben (egal, ob im Vor- oder Nachhinein), unwirksam. Informieren Sie sich z. B. unter www.vz-nrw.de über Ihre Handlungsmöglichkeiten.

Downloads

Broschüre und Spiel


Broschüre

Um Eltern über das Thema zu informieren und Anregungen für die Auseinandersetzung in der Familie zu liefern, wurde die Broschüre „Kinder und Onlinewerbung. Ein Ratgeber für Familien“ erstellt. Der Ratgeber vermittelt Wissen und Handlungsempfehlungen, um Kinder fit zu machen. Die Inhalte der Broschüre stützen sich hauptsächlich auf Erkenntnisse der Studie „Kinder und Onlinewerbung“, die vom Hans-Bredow-Institut im Auftrag der LfM und des BMFSFJ durchgeführt wurde.

Spiel

Das Spiel „Verflixte Werbeklicks“ steht hier zum Download zur Verfügung. Ziel ist es, Kinder und Eltern bzw. die ganze Familie anzuregen, sich über das Thema Werbung im Internet Gedanken zu machen. Die Spielmechanik ist einfach und dennoch herausfordernd, die Fragen und Anregungen für Kinder ab etwa acht Jahren geeignet.